Für die FDP wird es dieses Mal richtig eng. Erstmals seit 1969 muss sie um den Einzug in den Bundestag fürchten. Nun könnte man sagen: Das ist nicht verwunderlich, da die Partei in der Regierung kaum etwas geleistet hat und stattdessen lediglich mit allerlei Querelen aufgefallen ist. Die meisten Vorschläge – Steuern senken oder Steuern reduzieren, zumal für die Wohlhabenden, oder … war da noch groß etwas Anderes? – erwiesen sich im Nachgang der Finanz- und Eurokrise als unrealistisch. Die Minister agierten unauffällig bis planlos.

Insofern ist es konsequent dass sich die Liberalen im Wahlkampf auf den politischen Gegner stürzen. Lieblingsfeinde sind da die Grünen, in der irrigen Annahme, dass man um die gleichen Wähler konkurriere. Die ideologischen und habituellen Unterschiede der beiden Lager haben die Liberalen scheinbar auch nach so vielen Jahren nicht erkannt.

Also greift Rainer Brüderle mal herzhaft die Mietpreisbremse an (die selbst Angela Merkel befürwortet) oder nun den Veggie-Tag, den die Grünen in ihrem Wahlprogramm anregen. Es spielt dabei keine Rolle, dass der Vorschlag schon Jahre alt und in Bremen erfolgreich umgesetzt worden ist.

Die FDP macht bei den Grünen eine gefährliche Regulierungswut aus. Die hat die FDP meist nicht, außer wenn sie ihre Klientel beglücken will. Wer das nicht noch einmal erleben will, sollte der Partei dabei helfen, dass wenigstens sie künftig nichts mehr regulieren muss.