Die nächste Schockwelle an den Finanzmärkten. Diesmal gehen die Turbulenzen nicht von Griechenland aus, sondern von der Schweiz, ausgerechnet von der Wohlstands- und Stabilitätsfestung Schweiz. Völlig überraschend gibt die Notenbank den festen Kurs zum Euro auf. Was das bedeutet, werden deutsche Urlauber beim Skifahren in Saas Fee oder beim Wandern im Wallis spüren. Was bisher als teurer Spaß galt, wird zum unbezahlbaren Luxus, den sich nur ganz wenige leisten können. Das lässt ahnen, was auf die Schweizer Wirtschaft und ihre Exportindustrie zukommt.

Zu den Verlierern zählt die Schweizer Notenbank, die ihre Glaubwürdigkeit einbüßt. Offenbar glaubte sie, den festen Wechselkurs zum Euro nicht verteidigen zu können, wenn die Europäische Zentralbank ihr Geld mit Staatsanleihekäufen weiter verbilligt. In Erinnerung bleiben wird aber die Erkenntnis, dass die Schweizer Geldpolitik ihre Versprechen auf Stabilität nicht halten konnte.

In Deutschland erholten sich die Aktienkurse nach einem rasanten Absturz schnell. Doch wirklich beruhigend ist das nicht. Egal, ob der Auslöser aus Athen, Zürich oder einem anderen Ort kommt: Das internationale Finanzsystem präsentiert sich alles andere als solide. Noch nehmen die USA die Dollarstärke und Euroschwäche vergleichsweise gelassen hin. Doch die enormen Währungsschwankungen sind keine Grundlage für eine stabile Wirtschaft.