Der „Islamische Staat“ (IS) ist wieder auf dem Vormarsch – und das schon seit einer Weile. Im Irak wie in Syrien hat die Terrorgruppe wichtige Städte erobert. Entgegen allen Behauptungen von Seiten der irakischen und der US-Regierung ist es nicht gelungen, die militärische Schlagkraft des IS signifikant zu schwächen Ramadi wurde von den Terroristen schier überrannt, obwohl die USA dies mit etlichen Luftschlägen zu verhindern suchten. Die amerikanische Taktik im Kampf gegen den IS ist offenkundig fehlgeschlagen.

Nicht besser ist die Lage in Syrien, wo sich die Regierungsstreitkräfte vor dem IS aus Palmyra zurückziehen mussten. Während das Militär lediglich die Interessen Baschar Al-Assads verteidigt und die Opposition sich im besten Fall auf temporär begrenzte Bündnisse gegen den IS einigen kann, bauen die Terroristen ihre Machtbasis kontinuierlich aus.

Im Irak schien das eine Weile anders zu sein, da sowohl die Kurden als auch sunnitische Stämme in Abstimmung mit den Amerikanern entschieden gegen den IS kämpften. Nach der Niederlage von Ramadi könnten die Stammesführer geneigt sein, sich dem sunnitischen IS anzuschließen und gegen die schiitische Machtelite in Bagdad zu stellen. Alle Hoffnung auf einen Sieg gegen die IS darf man dann getrost begraben. Der Zerfall von Irak und Syrien scheint unaufhaltbar.