Srebrenica – der Name der bosnischen Stadt steht für das größte Massaker in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Mord serbischer Soldaten an 8000 muslimischen Männern und Jungen vor zwei Jahrzehnten war gleichzeitig eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte von Friedensmissionen der Vereinten Nationen. Die von den Niederlanden entsandten Blauhelme schauten damals dem grausigen Geschehen nicht nur zu, sie lieferten auch Hunderte Opfer an ihre Mörder aus. In Srebrenica ging es nicht nur um ein Versagen der Beschützer, was schlimm genug ist, sondern um Beihilfe zu einem Massenmord. Es war unumgänglich, dass ein niederländisches Gericht dies jetzt erneut bekräftigt hat.

Niemand sollte jedoch vergessen, dass die niederländischen Blauhelme damals schmählich im Stich gelassen wurden. Die Uno hat ihr Versagen hernach eingestanden, doch das genügt nicht. Die Vereinten Nationen schicken bis heute Soldaten in Krisengebiete und stehlen sich gleichzeitig aus der Verantwortung. Das Verfahren ist so einfach wie fragwürdig: Die Gründer der Uno haben der Weltorganisation vertraglich juristische Immunität zugestanden. Das muss dringend geändert werden. Es ist doch grotesk, dass eine Institution, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Welt nach Recht und Gesetz zu organisieren, sich selbst über alles Recht und jede Verantwortung für ihre Entscheidungen erhebt.