Die Zeiten wachsender Fahrgastzahlen sind für die Bahn bis auf Weiteres vorbei. Mit der Liberalisierung des Fernbusmarktes ist dem Zugverkehr eine Konkurrenz erwachsen, die deutlich preisgünstigere Transportmöglichkeiten bietet. Der Wettbewerb zwingt die Bahn zur Reaktion.

Für die Verbraucher ist das eine gute Nachricht. Denn es ist den neuen Konkurrenten zu verdanken, dass die Ticketpreise für 90 Prozent der Fernreisenden stabil bleiben und die übrigen Tariferhöhungen recht moderat ausfallen. Auch die künftig kostenlose Internetnutzung in der 1. Klasse zielt auf die Fernbusse. Nur die Bahn kann über den Partner Telekom ausreichende Datenübertragungskapazitäten an ihren ICE-Strecken installieren, um zuverlässige Verbindungen kostenlos anzubieten. In wenigen Jahren wird der Service auch in der 2. Klasse zur Verfügung stehen.

Das Unternehmen sollte diesen Kurs halten, denn mit besseren Leistungen wird es preisbewusste Kunden überzeugen. Warum sollten nicht bald auch wie bei jedem Mittelstreckenflug Kinofilme und TV-Serien im ICE zu sehen sein? Durch den Wettbewerb ist der Konzern zudem genötigt, verbesserungsfähige Betriebsabläufe effektiver zu gestalten. Einen Fehler sollte der Konzern dabei vermeiden: Mit Kostensenkungen durch Personalabbau die Zuverlässigkeit des Verkehrsmittels zu gefährden. Das brächte nur den Bussen neue Kunden.