Na endlich: Die Euro-Zone hat ihre Rezession hinter sich gelassen. Zwischen April und Juni ist die Wirtschaftsleistung wieder gestiegen – was allerdings vor allem an der starken französischen und deutschen Wirtschaft lag. Dass die Produktion in der Währungsunion nicht länger zurückgeht, ist wichtig für die deutsche Wirtschaft.

Schließlich erzielen selbst die weltweit aktiven Großkonzerne aus dem Deutschen Aktienindex die Hälfte ihrer Einnahmen in Europa. In die Hoffnungsregion Asien-Pazifik gehen gerade mal zwölf Prozent. Auch die Bundesregierung dürfte sich freuen, der Aufschwung kommt gerade recht zum Wahltermin. Zum deutlichen Wachstum in Deutschland haben übrigens auch vermehrte Staatsausgaben beigetragen – „ein Schelm, wer böses dabei denkt“, kommentierten dies die Ökonomen der Deka-Bank.

Bei aller Freude über die gute Konjunktur darf man aber nicht vergessen: In Deutschland liegt die Arbeitslosigkeit extrem niedrig, die Lohnsteigerungen sind für deutsche Verhältnisse hoch, der Export lief zuletzt überraschend gut, im Ausland muss nicht mehr so viel gespart werden, die Zinsen sind außerordentlich niedrig, was die Kreditaufnahme für Unternehmen und Haushalte derzeit billig macht. Angesichts all dieser Faktoren muss man festhalten: Selbst bei Europas „Konjunkturlokomotive“ Deutschland ist das zu erwartende Wachstum ziemlich mager. Das ist nichts, womit eine Regierung für sich werben könnte.