Wer die Google-Suchmaschine mit dem Wort Nacktbild füttert, erhält als ersten Vorschlag einen Verweis auf die Zeitschrift Bravo. Keine schlechte Adresse für alle, die sich einen Überblick darüber verschaffen wollen, welche Fangstricke die geplante Änderung des Sexualstrafrechts bereit halten. Eine Antwort auf die Frage von Sina (13) – „Mein Freund will Nacktfotos von mir, was soll ich tun?“ – ist jedenfalls nicht leichter geworden.

Selbstverständlich wäre es gut, wir würden einander nicht bloßstellen, nur wie will der Gesetzgeber dieser Verletzung des „höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen“ Einhalt gebieten, ohne sich im Feststellen immer neuer Straftatbestände zu verlieren? Und schützt das neue Gesetz Kinder tatsächlich vor Übergriffen dieser Art oder werden hier nur Paragrafen zu einer Tat – Stichwort: Edathy – nachgereicht, die eben nicht strafbar war, als sie begangen wurde?

Wer Kinder vor Missbrauch schützen will, könnte, bevor er dem Gesetzbuch neue Straftatbestände hinzufügt, den Ermittlern helfen, mit den alten fertig zu werden. Die Beamten der Kriminaltechnischen Institute jedenfalls sind schon jetzt hoffnungslos damit überfordert, den Tätern im Netz nachzustellen. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter fordert dazu die Vorratsdatenspeicherung. Aber eher wäre den Ermittlern mit einer deutlichen Aufstockung ihres Personals geholfen.