Die von den UN ausgerichtete Syrien-Konferenz, die an diesem Mittwoch im schweizerischen Montreux starten soll, droht zum Fiasko zu werden. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat den Iran unter dem Druck der USA wieder ausgeladen. Das ist in doppelter Weise fatal.

Der Iran unterstützt den syrischen Diktator mit Revolutionsgardisten und mit Waffen. Gerade deshalb gehört er mit an den Verhandlungstisch, auch wenn er der Bildung einer Übergangsregierung nicht vorab zustimmen mag. Ohne den Iran wird es in Syrien keine Lösung geben. Zudem dürfte sich nun die Position Russlands verhärten, das die Handelsbeziehungen zum Iran ausbauen will.

Der Stellvertreterkrieg um die regionale Hegemonie, den der Iran und Saudi-Arabien auf syrischem Boden austragen lassen, wird sich fortsetzen, solange Russland und die USA verschiedene Ziele verfolgen. Russland steht weiterhin zum Assad-Regime. Die USA drängen auf ein Übergangsregime ohne Assad, aber ihnen sind die Bündnispartner in Syrien abhanden gekommen. Islamistische Milizen dominieren inzwischen den militärischen Widerstand. Wer mit Assad verhandelt, ist für sie ein Verräter.

Gänzlich sinnlos ist das Treffen trotzdem nicht. Neue Gesprächsfäden werden geknüpft. Und die Konferenz hätte sich erst recht gelohnt, wenn Assad – aus taktischem Kalkül – einwilligen würde, dass in den von seinen Truppen eingekesselten Städten, wo es bereits Hungertote gibt, Hilfe ankommt.