Glück im Unglück oder doch Unglück im Glück? Es lässt sich schwer sagen, was für Edward Snowden gilt. Sicher ist es eine Erleichterung für ihn, dass er auch in den nächsten drei Jahren nicht aus Russland ausgewiesen wird; ja, er hat nun sogar eine Aufenthaltsgenehmigung und nicht mehr nur vorläufiges Asyl.

Doch gleichzeitig nutzt die russische Führung diese Geste, um sich als Verteidigerin der Menschenrechte zu gerieren – was mit Blick auf den Ukraine-Konflikt wirklich der blanke Hohn ist. Statt sich nämlich auch hier um die Menschenrechte verdient zu machen, schürt sie immer weiter eine militärische Auseinandersetzung, die sie selbst mit der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim begonnen hat.

Nicht, dass die ukrainische Regierung in der Auseinandersetzung immer glücklich oder klug handeln würde. Doch sie verteidigt die territoriale Integrität des Landes und agiert im Sinne der weit überwiegenden Mehrheit ihrer Bürger – auch der Bürger in der Ostukraine. Es ist daher nur konsequent, dass die Europäische Union und die USA die Sanktionen gegen Russland verschärft haben, zumal sie die Gegensanktionen ökonomisch nicht zu fürchten brauchen.

Außer ein paar griechischen Gemüsebauern haben wieder einmal vor allem die Russen selbst darunter zu leiden. Immerhin wird die gute Schweizer Schokolade weiter importiert. Sie hebt die Laune und beruhigt. Vielleicht hilft das ja auch in der Ukraine-Krise.