Wenn traumhafte Wertsteigerungen zum Partythema werden, wird es Zeit, sich Sorgen zu machen. Vieles am Immobilienmarkt von heute erinnert an den Neuen Markt Ende der 90er. Die Preise kennen nur eine Richtung. Es geht immer nach oben, jedes Jahr ein bisschen happiger. „Hat mir EM TV bezahlt“ – so triumphierten vor nicht langer Zeit Sportwagenbesitzer, die kurz zuvor noch schwarz U-Bahn gefahren waren. Heute weckt den Neid der Besitzlosen, wer von seiner Eigentumswohnung in Schwabing oder Berlin-Mitte erzählt.

Am Neuen Markt fielen die Aktienkurse und mit ihnen die Träume vom anstrengungslosen Reichtum in sich zusammen. Erleben wir jetzt die nächste Blase, nur mit Wohnungen und Häusern? Zweifellos heizen die niedrigen Zinsen die Spekulation an und treiben Leute zu Käufen, die es besser gelassen hätten. Dennoch deutet wenig bis nichts auf eine Immobilienblase.

Zu Recht stellen Bundesbank und Internationaler Währungsfonds fest, dass die Preise im Verhältnis zu den Einkommen im historischen und internationalen Vergleich alles andere als überzogen sind. Das ist kein Grund zur Entwarnung. Dass Wohnraum immer teurer wird, gefährdet in Deutschland nicht die Finanzstabilität, wohl aber die soziale Balance. Auch wenn wir keine Blase zu fürchten haben, kann die Politik nicht tatenlos zuschauen, wenn Mieten in Citylagen für viele Menschen unbezahlbar werden.