Das Wahlergebnis in Tschechien ist Ausdruck der Verzweiflung der Menschen angesichts der Politik im Land. Daher haben nur 59 Prozent der Bürger ihre Stimme abgeben. Von denen, die zur Wahl gingen, haben sich mehr als 40 Prozent für Parteien entschieden, die den etablierten Kräften den Kampf angesagt haben. Das starke Abschneiden der „Bewegung unzufriedener Bürger“ des Milliardärs Andrej Babis und der Erfolg der Betonkommunisten zeigen, wie tief die Vertrauenskrise ist.

Nun steht dem Land der Tragödie nächster Teil bevor. Es ist nicht abzusehen, wer Tschechien künftig in welcher Konstellation regieren könnte. Die entscheidenden Worte bleiben zwei Männern vorbehalten: Präsident Milos Zeman und Babis. Ob der linkspopulistische Staatschef und der Milliardär zueinander finden, ist offen. Gemeinsam ist ihnen vermutlich nur der Wille zur Macht.

Kann Tschechien davon profitieren? Kaum. Zeman hat die Attitüde eines Sonnenkönigs. Babis dagegen hat im Wahlkampf versprochen, er wolle den Staat wie ein Unternehmen führen. Auch das ist fatal, denn Ziel von Unternehmen ist es ja, Gewinn zu erzielen. Im Zweifel lauten die Schlagworte: Profitmaximierung und Personalabbau. Ein Staat dagegen ist zuallererst für die Menschen da.

Man kann die Tschechen durchaus verstehen, wenn sie sich mit Grausen von der Politik abwenden. Besser, wie man sieht, wird dadurch allerdings nichts.