Erst waren es amerikanische Langstreckenbomber. Gestern flogen japanische Militärflugzeuge durch die neue chinesische Luftverteidigungszone – unangemeldet.

Es ist unruhig geworden am Himmel über dem Ostchinesischen Meer. In einer Region, die immer wieder für Unmut sorgt, für Streit. Historisch bedingt, durch Wirtschaftsinteressen geleitet. Und durch Streben nach Macht. Am Wochenende hatte China ein großes Gebiet vor seiner Ostküste zum eigenen Luftraum erklärt. Flugzeuge – Passagier- und Militärmaschinen – sollen sich künftig ausweisen und die Flugdaten direkt an die chinesischen Streitkräfte übermitteln, sonst folgen „defensive Notmaßnahmen“. In dieser Zone liegen die Diaoyu-Inseln. Japan hatte bereits in den 60er-Jahren eine solche Zone, über den Senkaku-Inseln. Zwei Namen, ein Problem – das sich ausweiten könnte. Zu einem Krieg gar?

China versucht sich in Respektlosigkeit, tritt Japan und damit auch dessen militärischem Bündnispartner, den USA, auf die Füße. Deshalb die Bomber und die harschen Worte aus dem Weißen Haus. Es ist eine chinesische Warnung, und zwar an alle Pazifikanrainer: Die Chinesen gewinnen an Selbstbewusstsein, das war bereits beim Apec-Gipfel im Oktober zu beobachten. Sie markieren frech ihre Hoheitsansprüche – in einem Raum, den sie nicht den USA allein überlassen wollen.