Die modernste Waffe der Bundeswehr kommt wahrscheinlich nie zum Einsatz, sondern gleich ins Museum. Das ist peinlich für den Verteidigungsminister und teuer für die Bürger, die das Pannenprojekt mit ihren Steuergeldern finanziert haben. Wie es dazu kommen konnte, soll nun ein Untersuchungsausschuss aufklären, der bis zum Ende der Legislaturperiode tagen wird – also nicht einmal genug Zeit hat, dass alle Mitglieder sich die Namen ihrer Kollegen einprägen können. Wenn die Opposition wirklich glaubt, dass sie auf diese Weise Wähler von sich überzeugen kann, hat sie die Studien über die Politikverdrossenheit in den vergangenen Jahren gleich ins Regal gestellt, statt sie aufmerksam zu lesen.

Vor allem jedoch gerät dabei etwas Wichtiges aus dem Blick: Die Anschaffung von Drohnen ist Teil einer Neuausrichtung der deutschen Verteidigungspolitik, die fast unbemerkt und wenig kritisiert vonstatten geht. Aus der guten alten Landesverteidigungsarmee mit vielen Wehrpflichtigen soll eine professionelle, toll ausgerüstete Truppe von Berufssoldaten werden, die bei militärischen Interventionen weltweit einsatzfähig ist. Wenn der Untersuchungsausschuss wirklich etwas Sinnvolles tun will, sollte er in der kurzen ihm verbleibenden Zeit über die Frage diskutieren, ob Deutschland eine solche interventionistische Bundeswehr haben sollte. Davon hätten die Bürger weit mehr als von der Klärung, wer wann welche Aktenvermerke gelesen hat.