Die EU genehmigt die umstrittene Fusion der Mobilfunker E-Plus und Telefónica/O2. Von vier bleiben hierzulande nur noch drei Netzbetreiber übrig. Das verändert alles. Denn bislang spielte E-Plus, Tochter der niederländischen KPN, die Rolle des Wadenbeißers. Mit immer neuen Billigangeboten zwang das Unternehmen die drei anderen (Telekom, Vodafone, O2) dazu, ebenfalls die Preise zu senken.

Doch jetzt machen die beiden kleineren Anbieter gemeinsame Sache. Es treten künftig drei extrem starke Akteure an. Es ist naheliegend, dass sich die Manager zu einer Art friedlicher Koexistenz entscheiden. Denn Preiskämpfe bringen künftig kaum noch was. Keiner aus dem Trio kann einen entscheidenden Vorteil erzielen.

Zumal sie vor allem ein Interesse haben: Mit schrumpfenden Umsätzen soll Schluss sein. Die Gefahr steigender Preise für die Mobilfunkkunden wächst. Daran können auch die Auflagen der EU-Kommission nichts ändern. Telefónica muss Funkkapazitäten und Infrastruktur abgeben.

Allerdings übernimmt diese bislang nur der Dienstleister Drillisch, der über keine eigenen Netze und über eine erheblich geringere Finanzkraft als das Trio verfügt. So ein Unternehmen kann nur bedingt eigene Produkte und Dienste entwickeln. Die Qualitäten eines Wadenbeißers hat es nicht. Die Genehmigung der Übernahme war eine schwere Fehlentscheidung.