Er kanzelte Kritiker ab. Er sorgte dafür, dass über Probleme am Flughafen BER geschwiegen wurde. Er reagierte nicht angemessen, als die Probleme auf der Schönefelder Flughafenbaustelle immer größer wurden. Und jetzt soll Rainer Schwarz noch Geld bekommen, obwohl er wegen Pflichtverletzungen fristlos gekündigt worden ist? Dass der Rechtsstreit um weitere Zahlungen an den früheren Chef nun wahrscheinlich mit einem Vergleich endet, strapaziert das Gerechtigkeitsempfinden vieler Menschen.

Denn eins ist klar: Das Hauptproblem war nicht, dass Rauchklappen am BER defekt gewesen sind oder Kabel falsch verlegt wurden. Das größte Problem war, dass diese Schwierigkeiten nicht angesprochen werden durften. Es war die Unternehmenskultur in der Flughafengesellschaft, die im Argen lag. Schwarz und Technik-Chef Manfred Körtgen waren zentrale Figuren in einem Kartell des Schweigens und der Denkverbote.

Doch bevor sich die Kritik auf die beiden konzentriert, sollte eines in Erinnerung gerufen werden: Sie agierten nicht allein und auch nicht nur aus eigenem Antrieb. Zum Kartell gehörten auch Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister und Chef des Flughafen-Aufsichtsrats, sowie Brandenburgs damaliger Ministerpräsident Matthias Platzeck. Die Ansage, dass das Projekt BER um jeden Preis durchzupeitschen ist, kam von ihnen. Wer über Schwarz richtet, muss auch über Wowereit und Platzeck sprechen.