Ist es schon wieder so weit? Ja, es ist schon wieder so weit. Wir erleben gerade eine Blase in der Hightech-Branche. Der Kauf des Kleinunternehmens WhatsApp durch Facebook für 19 Milliarden Dollar ist der Beweis dafür. WhatsApp ist ein kleines Programm, mit dem per Smartphone Nachrichten verschickt werden. Mehr nicht.

Dass so ein enormer Preis gezahlt wird, hat einen Grund. Die rasante Entwicklung der Kommunikationstechnik führt dazu, dass Manager vorauszuahnen versuchen, was übermorgen wichtig wird. Ein Wettrennen um junge erfolgreiche Firmen hat eingesetzt. Anwälte, Investmentbanker und Berater befeuern den Übernahmeboom, der ihnen in der Regel fürstliche Honorare beschert. Hinzu kommt, dass Kredite für Deals und Mega-Deals derzeit billig zu haben sind. Dieses Wettrennen wird nicht nur Sieger kennen. Es wird grandiose Fehlinvestitionen geben.

Die Dotcom-Blase aus der Zeit um die Jahrtausendwende hat gezeigt, dass fast alle Technologien, die damals hoch gehandelt wurden, auch tatsächlich gekommen sind. Nur kamen sie viel später und viel langsamer als ursprünglich prognostiziert. Es ist paradox: Aber wer es gelassener angeht, hat gerade in der Hightech-Branche große Chancen erfolgreich zu sein. Trägheit kann Vorzüge haben. Denn selbst ein so erfolgreicher Dienst wie WhatsApp kann schon im nächsten Jahr von einem noch besseren ausgestochen werden.