An der Börse scheint die Konfrontation auf der Krim schon abgehakt. Das ist selbst für die hektischen Finanzmärkte ein enormes Tempo. Aufgeschreckt vom aggressiven Vorgehen Russlands flohen die Anleger aus Aktien. Das war am Montag, ist also lange her. Am Dienstag kauften die Investoren nach und ließen die Kurse wieder steigen. Ein paar beruhigende Worte von Russlands Präsident Wladimir Putin genügten, um die Zuversicht wieder herzustellen, jedenfalls an den Finanzmärkten. Dort genießt Putin offenbar noch Vertrauen.

Politische Börsen haben kurze Beine, lautet eine alte Weisheit. Besser hätte ihre Gültigkeit kaum belegt werden können als durch die jüngsten Ereignisse. Allerdings bleibt ungewiss, wie lange die Entspannung anhält. Zwar ist die Ukraine zu klein und wirtschaftlich zu unbedeutend, um ernsthaft die globale Konjunktur lähmen zu können. Anders sähe es jedoch aus, wenn die politischen Spannungen zu einem Wirtschaftskrieg zwischen Russland auf der einen und Europa und den USA auf der anderen Seite führen sollten. Nicht ohne Grund warnt die deutsche Wirtschaft lautstark vor Sanktionen gegen Russland. Diese unübersichtliche Gemengelage trifft auf Finanzmärkte, die sich nach den gewaltigen Kursanstiegen der vergangenen Jahre anfällig für heftige Schwankungen zeigen. Viel Raum für schlechte Nachrichten lässt das hohe Niveau der Bewertungen nicht zu.