Wer Vertrauen will, der muss Gründe liefern. Die Entscheidung des Senats von Berlin, einen hoch geachteten Staatssekretär wie Ephraim Gothe zu entlassen, lässt sich aber nicht begründen mit dem Hinweis, er habe „gute Arbeit“ geleistet, für die Umsetzung dieser guten Arbeit brauche man aber nun jemand anderen. Das passt nicht. Entweder gibt es unbekannte Gründe für den Rauswurf, oder es gibt gar keine guten Gründe. Auch Wegloben will gelernt sein. So jedenfalls funktioniert es nicht.

Es gibt noch mehr Anlass für Skepsis an dieser Entscheidung von Bausenator Michael Müller (SPD). In Berlin steht im Mai ein Volksentscheid bevor. Es geht um die Frage, ob das große und großartige Tempelhofer Feld am Rand bebaut werden soll. Dies wird nicht das letzte Stadtentwicklungsthema sein, bei dem Wunsch und Wille von Bürgern, Investoren und Senat konträr gegeneinander stehen.

Das heißt: Politik als demokratisch legitimierte Kraft hätte hier die Aufgabe zu moderieren, zu erklären und, vor allem, Betroffene wirksam zu beteiligen. Genau das konnte Baustaatssekretär Gothe am besten: zuhören, einbeziehen, Kompromisse suchen. Seine Entlassung ist daher ein schlechtes Zeichen für den offenbar gewünschten Stil des rot-schwarzen Senats. Wie gut der sogleich präsentierte Nachfolger, Engelbert Lütke Daldrup, in der Disziplin Bürgernähe ist, wird sich zeigen. Er startet jetzt mit einem Misstrauensvorschuss, verursacht vom Arbeitgeber.