Mit aller Macht wollte die Deutsche Bank den Rechtsstreit mit den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch beenden. Viel Geld nimmt sie in die Hand, um diese lästige, kräftezehrende und imageschädliche Auseinandersetzung nach zehn Jahren hinter sich zu lassen. Das ist verständlich, weil bei Deutschlands größtem Geldhaus seit Langem Rechtsanwälte eine wichtigere Rolle zu spielen scheinen als Kundenberater, Händler oder Manager.

Den Ärger mit der Justiz aber sind die Chefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain damit nicht los. Selbst der Fall Kirch wird die Führungsleute noch lange beschäftigen, weil die Staatsanwaltschaft gegen ehemalige und heutige Spitzenleute wegen des Verdachts auf Prozessbetrug und Falschaussage ermittelt. Auch die Manipulationen von Zinssätzen oder Devisenkursen sind juristisch längst nicht aufgearbeitet.

Der teure Vergleich mit den Kirch-Erben ist daher ein Beleg dafür, wie sehr die vielen Verfahren an den Nerven der Banker zehrt. Der vermeintliche Befreiungsschlag aber ist nicht nur kostspielig, sondern könnte neue Verfahren provozieren. Nun prüfen die Aktionärsschützer, ob die Bank mit der Zahlung von fast einer Milliarde Euro die Interessen der Eigentümer beschädigt hat. Die Deutsche Bank kommt also nicht zur Ruhe und nur mit Mühe dazu, sich endlich wieder auf ihre eigentliche Tätigkeit als Kreditinstitut zu konzentrieren.