Kobane ist befreit. Der historische Sieg der Kurden könnte zum Wendepunkt im internationalen Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) werden. Nach vier Monaten Belagerung mit 3?000 Toten, unzähligen Verwundeten und einer völlig zertrümmerten Stadt haben die kurdischen Verteidiger die Dschihadisten verjagt und ihnen den Mythos des scheinbar unaufhaltsamen Siegeszugs genommen. Ohne die Luftunterstützung der Koalition wäre der Erfolg nicht möglich gewesen. Er zeigt aber, dass es richtig ist, im Kampf gegen den IS am Boden auf die Kurden zu setzen. Sie sind diszipliniert und kampfstark.

Sie brauchen auch Waffen

Tatsächlich haben die syrischen Kurden in Kobane nicht nur für sich, sondern stellvertretend auch für den Westen gekämpft und einen hohen Blutzoll dafür gezahlt. Es ist nur recht und billig, dass sie nun endlich die Hilfe bekommen, die sie verdienen. Der Wiederaufbau Kobanes kostet viele Millionen. Die Kurden brauchen zudem Lebensmittel, Medikamente, und ja, auch Waffen, um sich gegen zu erwartende weitere IS-Angriffe zu wehren. Sie müssen mit an den Verhandlungstisch, wenn über die Zukunft Syriens gesprochen wird.

Vor allem aber muss endlich das ideologisch begründete Totalembargo der Türkei gegen die syrischen Kurdenenklaven beendet werden. Es wird Zeit, Ankara zur Einrichtung von Hilfskorridoren zu verpflichten. Das ist das mindeste, was die tapferen Kämpfer von Kobane erwarten können.