Frankreichs Rechtspopulisten kassieren den Lohn der Angst. Er ist noch üppiger ausgefallen, als die Meinungsforscher in ihren düstersten Prognosen prophezeit hatten. Das Kalkül des FN ist rundum aufgegangen. Ängste schüren und den Verängstigten Schutz durch Abschottung vom Rest der Welt versprechen, nach dieser Devise pflegen die Rechtspopulisten zu verfahren.

Wobei Teil eins diesmal bereits die Zeitläufte besorgt hatten. Flüchtlingskrise, Terroranschläge und Rekordarbeitslosigkeit haben in Frankreich ein Klima der Verunsicherung geschaffen. Das Familienunternehmen Le Pen mit Parteichefin Marine und der aufstrebenden Nichte Marion Maréchal Le Pen als Leitfiguren, konnte es dabei belassen, die üblichen Beruhigungsmittel zu reichen, sprich: Feindbilder, bei deren Anblick Angst in Zorn umschlägt. Auch sie sind hinlänglich bekannt: Einwanderer, Muslime, Europa.

Terroristen werden sich von Schlagbäumen an Frankreichs Grenzen nicht aufhalten lassen

Mehr hat es nicht gebraucht – und mehr hat der Front National ja auch nicht zu bieten. Das Programm der Rechtspopulisten ist nicht dazu angetan, Angst besetzte Probleme zu entschärfen, etwa dem Terror Einhalt zu gebieten oder einen Wirtschaftsaufschwung herbeizuführen. Terroristen werden sich von Schlagbäumen an Frankreichs Grenzen nicht aufhalten lassen.

Wenn die propagierte Abschottung etwas bewirkt, dann allenfalls den Ruin der zu 50 Prozent international verflochtenen französischen Wirtschaft.