Viele Jahre durften die Vermieter in Berlin beim Abschluss neuer Mietverträge den Preis für ihre Wohnungen verlangen, den sie auf dem Markt erzielen konnten. Das ging in Ordnung, so lange der Wohnungsmarkt ausgeglichen war und der Nachfrage ein entsprechendes Angebot gegenüber stand. Seit einigen Monaten ist der Markt jedoch alles andere als ausgeglichen, wie Wohnungssuchende feststellen müssen, wenn sie sich an langen Schlangen bei der Besichtigung freier Wohnungen anstellen müssen.

Deswegen ist es nur folgerichtig, dass der Senat im Mai eine angespannte Wohnungsmarktlage für Berlin festgestellt hat – und nun in Person von Stadtentwicklungssenator Michael Müller die Bezirke auffordert, überhöhte Mieten zu bekämpfen. Damit soll das Ausnutzen einer Mangellage durch die Vermieter verhindert werden. Gut so. Auch künftig haben die Vermieter schließlich noch die Möglichkeit, die Miete zu erhöhen. Sie darf die ortsübliche Vergleichsmiete noch um 20 Prozent übersteigen. Das sollte auskömmlich sein. Nur wem das noch zu wenig ist, der riskiert nun ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro.

Damit die Berliner Bezirke die überhöhten Mietpreise verfolgen können, müssen sie freilich auch mit genügend Personal ausgestattet werden. In dieser Frage wird sich zeigen, ob die Landesregierung den Worten von Stadtentwicklungssenator Michael Müller – alles zu tun, was möglich ist – auch Taten folgen lässt.