Die Fotos der misshandelten Flüchtlinge im Asylbewerberheim sind widerwärtig. Ja, es ist ein kaum erträglicher Gedanke, dass traumatisierte Menschen, die vor Krieg und Gewalt geflohen sind, an dem Ort, an dem sie sich sicher glaubten, gequält und gedemütigt wurden. Es reicht nun nicht, nur auf den privaten Sicherheitsdienst zu zeigen, der Vorbestrafte für sich arbeiten lässt.

Auch die rot-grüne Landesregierung in Nordrhein-Westfalen muss sich die Frage gefallen lassen, wie ernst sie ihre Aufsichtspflicht über die Heime nimmt. Das ist allerdings ein Thema, bei dem auch andere Bundesländer versagen. Immer wieder gibt es Berichte über unhaltbare hygienische Zustände in den Unterkünften. Das ist eines reichen Landes wie Deutschland unwürdig – nicht nur in Nordrhein-Westfalen.

Dabei ist grundsätzlich gar nichts gegen private Betreiber von Heimen zu sagen. Die kommunale Hand macht nicht automatisch alles besser. Aber wenn sie schon Privaten eine solche Aufgabe überträgt, sollte nicht der billigste Anbieter den Zuschlag bekommen. Es muss sichergestellt werden, dass die Unterkünfte regelmäßig kontrolliert, bestimmte Auflagen erfüllt werden.

Das geschieht bislang viel zu selten, auch bei kommunalen Einrichtungen. Im Grunde macht jeder Landkreis, was er will. Klar ist: Es reicht nicht, ein paar Mindeststandards festzulegen und sich ansonsten aus der Verantwortung zu stehlen. Wozu das führt, haben wir jetzt gesehen.