Jahrelang haben die Republikaner die Gesundheitsreform von US-Präsident Barack Obama verteufelt und krude Lügen über sie verbreitet. Etwa: den Versicherten würden Mikrochips implantiert, die alle persönlichen Informationen und Bankdaten enthielten; „Todesausschüsse“ sortierten Alte oder Behinderte aus, die es nicht wert seien, versichert zu werden; und natürlich würde mit Obamacare alles viel teurer.

Es war die schmutzigste Kampagne, die je gegen eine Sozialreform veranstaltet wurde – und doch sie ist gescheitert. Zum Ende der Anmeldefrist haben sich fast die erhofften sieben Millionen Amerikaner neu krankenversichert, drei Millionen junge Erwachsene nutzen die Möglichkeit, über ihre Eltern eine Versicherung abzuschließen und mehrere Millionen Menschen nehmen die verbesserten Leistungen von Medicaid in Anspruch, ein Gesundheitsprogramm für Arme, Alte und Behinderte.

Die wichtigste Sozialgesetzgebung seit Lyndon B. Johnsons Reform des Sozialversicherungssystems vor knapp 50 Jahren ist damit so erfolgreich, wie es selbst ihre Befürworter nach allerlei Pannen kaum noch zu hoffen wagten. Die Republikaner werden dennoch ihren Kampf gegen Obamacare fortsetzen, da ihre Basis die Reform noch weitgehend ablehnt. Vollkommen abschaffen können sie Obamacare nun jedoch nicht mehr. Denn selbst viele Konservative entdecken nun allmählich deren Vorteile.