Der Unfall des früheren Formel-1-Rennfahrers Michael Schumacher hat zum Jahreswechsel gezeigt, wie groß die öffentliche Aufmerksamkeit für medizinische Notsituationen ist. Bloße Neugier ging dabei einher mit dem Bedürfnis nach Aufklärung über Notfallchirurgie und Unfallrisiken. Fast schien es so, als sei das allgemeine Volkswissen über Schädel-Hirntraumata binnen weniger Stunden um ein Vielfaches angestiegen.

Am Wissen allein aber liegt es nicht, dass die Bereitschaft zur Organspende im vergangenen Jahr noch einmal drastisch zurückgegangen ist, wie jetzt die Deutsche Stiftung für Organtransplantation (DSO) mitgeteilt hat. Nachdem diverse Skandale im Jahre 2012 das Vertrauen in die Transplantationsmedizin drastisch erschütterte, hat sich der Trend auch 2013 fortgesetzt. Die Zahl der Organspender sank 2013 bundesweit um 16,3 Prozent von 1 046 auf 876.

Alle Bemühungen, die Missbrauchsrisiken zu vermindern, haben zuletzt aber nicht dazu beitragen können, das angeschlagene Image der Organspende zu beheben. Ein paar Beteuerungen und zusätzliche Pflichtübungen zur Verbesserung der Transparenz helfen da kaum, um die tiefe Skepsis gegenüber einem kalt und technokratisch erscheinenden Gesundheitsapparat zu überwinden. Es mangelt eben nicht nur an Spenderorganen, sondern auch am Bewusstsein einer Würde des Krankseins.