In Dresden waren es wieder viele, in Berlin und Köln wenige Hundert. Was man mit Blick auf die Aufmärsche in der sächsischen Landeshauptstadt schon eine Bewegung zu nennen geneigt war, brachte in der Bundeshauptstadt nur ein versprengtes Grüppchen und ein Vielfaches an Gegendemonstranten auf die Straße.

Die Pegida-Demonstranten, die ohne umständliche Differenzierungen gegen den Islam und die Muslime in Deutschland mobilisieren, mögen aus der Mitte der Gesellschaft kommen, eine gesellschaftliche Kraft sind sie eher nicht. Sie haben in den vergangenen Wochen ihr Unbehagen gegen bei uns lebende Minderheiten auf die Straße gebracht. Was sie genau meinen, haben sie dabei nicht gesagt.

Pegida und Co. sind da, und viele haben zuletzt gesagt, man müsse Verständnis haben für jene, die sich im Namen des Ressentiments gegen die Angehörigen einer durch unsere Rechtsordnung geschützten Religion versammeln. Verstehen aber kann man sie nicht, weil sie zur Artikulation von Argumenten bislang nicht bereit waren. Manche haben sie eine außerparlamentarische Opposition genannt, aber ihr Widerspruch besteht in stummer Anwesenheit.

Schon möglich, dass eine eingehendere gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Phänomen Pegida noch aussteht. Für den angebrochenen Abend aber war es nicht die schlechteste Geste, an Köln und Berlins berühmten Orten einfach das Licht auszumachen.