Seit Monaten fordert der Westen vergeblich, dass Putin die Unterstützung für seine Milizen in der Ostukraine aufgibt. Nichts hat den russischen Präsidenten bislang zum Kurswechsel bewegen können, keine Sanktionen und auch die Tragödie des malaysischen Flugzeuges nicht. Für dieses Verbrechen wird man ihm die Verantwortung ohnehin niemals nachweisen können – oder wollen.

Doch nun scheint der russische Präsident in einer Sitzung seines Sicherheitsrates erstmals angedeutet zu haben, was er für ein Einlenken haben will. Von allen Vorsichtsfloskeln entkleidet fordert Putin sinngemäß, der Westen müsse verbindlich zusichern, die inneren Probleme eines Landes nicht mehr auszunutzen, um sogenannte Farbenrevolutionen oder Völkerfrühlinge zu unterstützen. Die sind in den Augen Putins nichts anderes als die Destabilisierung fremder Staaten und das Anzetteln gewöhnlicher Putsche.

Putin offenbart hier seine wahre Sorge. Er will, dass der Westen ihm garantiert, eine weitere Ukraine werde es nicht geben. Nicht bei Nachbarn wie Weißrussland oder Kasachstan – vor allem aber nicht in Russland selbst. Dort ist die Zustimmung zu seinem Kurs derzeit überwältigend, weil er so stark und unbeugsam erscheint. Doch Putin weiß nicht zuletzt aus der ukrainischen Erfahrung, wie schnell und aus welch nichtigen Anlässen Stimmungen kippen und sich gegen ihn wenden können.