Die Stiftung Warentest ist ein Glücksfall für Verbraucher. Ob Shampoos, Leberwürste oder Gasthermen: Es gibt kaum eine Gruppe von Konsumartikeln, die die Stiftung nicht schon unter die Lupe genommen und dabei die Angaben der Hersteller mit der Wirklichkeit abgeglichen hat.

In aller Regel geht die Stiftung dabei mit Expertise und Sorgfalt zu Werke oder bedient sich, wenn nötig, des Sachverstandes externer Fachleute und Institutionen. Damit haben sich die Warentester verdient gemacht – und so ihre Reputation als unabhängige, verlässliche Verbraucherschutzinstanz erworben.

Umso unbegreiflicher ist es, dass die Stiftung diesen Weg verlassen hat und auf Mutmaßungen basierende Negativ-Urteile in die Welt setzt. Die Voll-Nuss von Ritter-Sport muss man nicht mögen. Aber sie mit einem „Mangelhaft“ in den Keller zu werten, weil ein enthaltender Aromastoff nach Ansicht der Warentester nicht natürlichen Ursprungs sein kann, ohne hierfür den mindesten Beweis vorzulegen?

Das geht unter gar keinen Umständen. Zumal der Aromen-Hersteller Symrise nach Ansicht des Landgerichts München belegen konnte, dass das fragliche Piperonal aus natürlichen Quellen stammt. Infolgedessen ist es der Stiftung weiterhin untersagt zu behaupten, der Aromastoff stamme aus dem Chemielabor. Die Stiftung Warentest hat nun den Weg in die Berufung angekündigt. Darin geht es auch um ihren Ruf.