Die Revolution frisst ihre Kinder. Die irische Fluggesellschaft Ryanair musste zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen die Gewinnaussichten nach unten korrigieren. Mit dafür verantwortlich ist genau das, wofür Ryanair einst gefeiert wurde: kein Service, dafür aber billig. Das hat die Luftverkehrsbranche durcheinandergewirbelt und auch die etablierten Gesellschaften zu einem Strategiewechsel gezwungen. Den Kunden hat es gefallen. Mal schnell für 9,90 Euro nach London oder Pisa jetten? Da kann man schon akzeptieren, dass man für Gepäck extra zahlen muss und es Schubsereien bei der Platzwahl gibt.

Doch der Reiz des Neuen ist verflogen. Viele Passagiere sind von den Billig-Airlines nur noch genervt. Vor allem Ryanair hat es übertrieben. Das Image ist lädiert, weil sich die Kunden wegen der versteckten Gebühren oft wie Melkkühe vorkommen. Berichte über technische Probleme taten ihr Übriges. Andere Billigflieger und auch die Ableger großer Airlines habe es besser gemacht, zum Beispiel mit transparenten Preisstrukturen und akzeptablen Gebühren für echte Zusatzleistungen. Ryanair-Chef Michael O’Lear hat ebenfalls einige Veränderungen im Interesse der Kunden versprochen, doch deren Umsetzung soll sich noch bis weit ins nächste Jahr hinziehen. Ein rascher Imagewandel ist so nicht zu schaffen. Es dürfte daher nicht die letzte Gewinnwarnung gewesen sein.