Das Europaparlament hatte sich viel vorgenommen. Herausgekommen ist dann aber doch nur ein Verbot light. Zwar sollen Zigarettenverpackungen künftig auf der Vorder- und Rückseite mit sogenannten Schockfotos bestückt sein, diese fallen mit 65 Prozent der Verpackungsfläche aber kleiner aus, als die EU-Kommission (75 Prozent) und die EU-Mitgliedstaaten (70 Prozent) gefordert hatten. Für das Verbot von Menthol-Zigaretten soll es eine Übergangsfrist geben, und die vor allem bei jungen Frauen beliebten dünnen Slim-Zigaretten sollen vom Aus sogar gänzlich ausgenommen werden. Ein peinliches Einknicken.

Und ein Ende ist noch nicht abzusehen. Denn noch müssen die EU-Mitgliedstaaten dem Parlamentsbeschluss zustimmen. Und die Strategie ist absehbar. Das Verfahren soll ins nächste Halbjahr hinübergerettet werden, dann übernimmt Griechenland, ein traditionell eher raucherfreundlich gesonnenes Land, den turnusmäßigen Vorsitz der EU. Die Tabak-Lobby hat kräftig gegen die Verbotsbemühungen intrigiert, über die mit John Dalli sogar ein EU-Kommissar gestolpert ist. Die Tabakindustrie tat dies mit reichlich Geld und dümmlichen Argumenten. Das Abschrecken vor Tabakprodukten kostet Arbeitsplätze – aber nicht nur in der Zigarettenindustrie, sondern vor allem auf europäischen Krebsstationen. Umso dringlicher wäre eine mutige Entscheidung des Europaparlaments gewesen.