Mogadischu und Nairobi sind von Berlin aus etwa gleich weit entfernt. Und doch liegen aus der Sicht des deutschen Betrachters Welten zwischen den beiden Städten. Wenn in Mogadischu wieder einmal eine Bombe hochgeht und mehrere Dutzend Zivilisten in den Tod reißt, nimmt man es hierzulande kaum zur Kenntnis. Findet der Terror jedoch in einem auch von europäischen Besuchern stark frequentiertem, luxuriösen Einkaufszentrum samt Sushi-Bar und Gucci-Taschen in Kenias Hauptstadt statt, stockt auch uns der Atem.

Die Drahtzieher des mörderischen Blutbads im Westgate-Einkaufszentrum von Nairobi haben ihr Ziel mit Bedacht gewählt. „Jetzt spürt Ihr mal, wie es uns in Somalia Tag für Tag ergeht“, soll einer der Angreifer gerufen haben, ehe er eine Handgranate in die verängstigte Menge warf. Selbst wenn es sich bei dem Ausruf um blanken Zynismus handelte, verweist er doch auf das enorme Ausmaß der Verrohung in einer sozial zerstörten Region. In keinem Land der Welt musste die Bevölkerung ertragen, was die Somalier in den letzten 25 Jahren durchzumachen hatten: Diktatur, Bürgerkrieg, Hungersnot und die rücksichtslose Herrschaft machtgetriebener Warlords.

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