Kommentar zu "The Interview": Hollywoods Ignoranz

In Hollywood zählt am Ende nur das Geld, nicht die Freiheit der Kunst. Diese Erfahrung haben schon viele Regisseure gemacht. Um potenzielle Kinobesucher nicht zu verärgern, werden oft genug Szenen aus Filmen geschnitten. Mal sind zu freizügig, mal zu brutal, mal politisch problematisch. Diese besondere Form der Rücksichtnahme gilt weltweit. Schließlich verdienen die großen Hollywood-Filme das meiste Geld im Ausland. Und nicht nur das: Etliche von ihnen werden von ausländischen Co-Produzenten mitfinanziert. Immer öfter auch von China. Dementsprechend freundlich wird das Land dann auch porträtiert, dementsprechend offen werden chinesische Produkte ins Bild gesetzt, selbst wenn das überhaupt keinen Sinn ergibt.

Da Nordkorea ökonomisch nichts zu bieten hat, droht es eben mit Vergeltung und lässt den Filmproduzenten Sony hacken, weil er eine Satire über den Diktator Kim Jong Un herausbringen will. Prompt zieht Sony den Film zurück, da das billiger ist als etwaige Schadenersatzzahlungen an Kinobesucher, die bei einem Anschlag verletzt werden. Zu Recht empören sich Hollywood-Stars wie George Clooney über Sonys Verhalten, weil der Konzern nicht die Kunst- und Meinungsfreiheit verteidigt. Denn dieses Einknicken ist eine Einladung an Autokraten und Idioten weltweit, in ähnlicher Weise gegen unliebsame Filme vorzugehen. Doch das ist Hollywood egal. Denn: There’s no business like show business.