Historisch ist ein großes Wort, aber die neue Regierungskonstellation in Thüringen hat diese Bezeichnung verdient. Dass ausgerechnet im 25. Jahr nach dem Mauerfall mit Bodo Ramelow erstmals ein Mann Ministerpräsident eines Bundeslandes werden soll, dessen Partei sich aus der SED entwickelt hat, ist ein bedeutender Einschnitt für die ganze Republik.

Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit hat die Wochen rund um das Mauerfalljubiläum geprägt, die Fragen nach dem Unrechtsstaat DDR, der Rolle der SED, der Aufarbeitung der Linken. Auch der Thüringer Koalitionsvertrag widmet diesen Themen noch einmal viel Raum, das war eine notwendige Voraussetzung für SPD und Grüne, sich auf das Projekt einzulassen. Tatsächlich aber ist dieses Bündnis ein Schritt in die Zukunft – wenn es hält, für fünf Jahre. Das gilt nicht nur für das Bundesland Thüringen, dem Rot-Rot-Grün eine – gemessen an der Programmatik der Linken – sehr milde Reformpolitik verspricht. Der Sozialismus wird dort, so viel ist sicher, nicht wieder einziehen.

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