Das große Stühlerücken in der Autobranche hebt an. BMW-Chef Norbert Reithofer tritt ab und soll Aufsichtsratschef werden. Entwicklungsvorstand Herbert Diess geht unterdessen zu VW. Das sind Zeichen einer Krise bei VW und zugleich des ungeheuren Erfolgs von BMW. Reithofers Wechsel lässt sich als Triumphzug inszenieren. Er wird für 2014 einen Absatzrekord und ein paar weitere Bestmarken präsentieren. Er kann dann im Frühling den Stab an Harald Krüger übergeben. Der gilt trotz seiner 49 Jahre als Jungdynamiker, schließlich hat er sich als Chef der Konzernmarke Mini viele Meriten verdient. Er soll für die neue Welt mit vernetzten Autos und intelligenten Antrieben stehen. So kann BMW dann 2016 sein einhundertjähriges Bestehen feiern.

Diess wird nach Wolfsburg als Sanierer der Kernmarke VW geholt. Er ist dafür bestens qualifiziert. Er hat sich bei BMW nicht nur als fähiger Entwicklungschef profiliert. Noch wichtiger dürfte sein, dass er zuvor für den Komponenten-Einkauf tätig war und dort günstige Konditionen bei Zulieferern aushandelte. Genau so jemanden braucht die renditeschwache Marke. Das Anheuern von Diess ist aber zuallererst das Zugeständnis von Konzernchef Martin Winterkorn, keine eigene Antwort auf die Probleme von VW zu haben. Diess soll’s nun richten. Das wird nicht leicht. Gut möglich aber, dass er im Fall des Gelingens mit dem Posten des Konzernchefs belohnt wird.