Es ist jetzt aber auch wirklich allerhöchste Zeit gewesen: Seit vier Jahren hat sich die Regierung gedrückt um eine Bafög-Erhöhung. Die Mietzuschüsse für Studenten ohne zumindest leidlich dicken Elterngeldbeutel sind trotz teilweise rasant steigender Mieten noch viel länger gleich geblieben. Und trotzdem wurde weiter viel davon geredet, dass der wichtigste Rohstoff dieses Landes ja die schlauen Köpfe seien. Das klang seltsam hohl.

Ein bisschen gedulden müssen sich die schlauen Köpfe jetzt immer noch. Mehr Studienhilfe gibt es erst ab 2016. Früher sei das einfach nicht zu finanzieren gewesen, heißt es in der Koalition, die ihre Priorität eben anders gesetzt hat, auf die Mütterrente zum Beispiel. Was sind schon zwei Jahre in einem Politikerleben? Die Erstsemester dieses Jahres aber sind dann in der zweiten Hälfte ihres Studiums. Eigentlich könnte man dann die Sätze gleich noch mal ein bisschen anheben, mit Verzugszins sozusagen.

Sehr viel besser wäre es wohl, das System gleich ganz zu ändern und die Bafög-Steigerung zu automatisieren, statt auf sporadische Beschlussbereitschaft in Parlamenten zu setzen. Lohn- und Preisentwicklung sind in anderen Bereichen beliebte Orientierungswerte. Schwierige Sache, heißt es in der Politik, die das Wort „zu teuer“ scheut. Für die schwierigen Sache aber gibt es ja hierzulande schlaue Köpfe. Und die, die nachkommen, sind das Geld mit Sicherheit wert.