Hotel Adlon/Schloss Bellevue/Spreeufer/Kanzleramt/Neue Wache/TU/Am Abend noch ein Mal Bellevue: Wo immer Königin Elizabeth II. in diesen Tagen auftaucht, sind ganz zuverlässig Fans und Neugierige da. An jeder Station sind es ein paar Hundert Menschen, keine Tausend. Euphorisch wirkt das nicht gerade, eher freundlich zugewandt, interessiert.

Immerhin. Es hätte fader werden können. Es ist kalt und regnerisch in diesem Juni. Und tatsächlich ist es nicht lustig, wenn wieder mal die halbe Innenstadt für einen Staatsbesuch gesperrt wird. Es ist eben ziemlich lästig, dass Autofahrer und Radler, aber auch Fußgänger nicht ihre üblichen Wege nehmen können. Andererseits sind die Berliner das natürlich gewöhnt. So banal es klingt, das ist der Preis des Hauptstädter-Daseins.

Das Interesse zeigt – die Berliner mögen diese Queen wirklich. Und das liegt nicht etwa daran, dass sich viele eine Monarchie zurückwünschten. Nein, nein, sagen die Schaulustigen an den Absperrungen überall in der Stadt, bloß das nicht. Es ist vielmehr die Person Elizabeth, die sie bewundern, ihre Haltung, auch ihr altmodisches Auftreten, vor allem aber den eisernen Durchhaltewillen des 89-Jährigen Staatsoberhaupts und ihres 94-jährigen Ehemanns.

Die Hauptstadt der Bundesrepublik erweist der britischen Königin daher einen würdigen Empfang.