Wochenlang war der Aktienindex Dax immer wieder an dem Versuch gescheitert, seinen Rekord zu überwinden. Nun hat ihm eine Frau den entscheidenden Schub verpasst: Janet Yellen. Vieles deutet darauf hin, dass sie im Januar Chefin der US-Notenbank wird. Es wird erwartet, dass Yellen genauso ungeniert die Märkte mit Geld fluten wird, wie es Amtsinhaber Ben Bernanke tut. Das billige Geld der Notenbanken ist seit Jahren die Haupttriebfeder für den Aufschwung an den Aktienmärkten.

Mit rund 8600 Punkten steht der Dax nun trotz Finanz- und Schuldenkrise so hoch wie noch nie in seiner 25-jährigen Geschichte. Rekorde haben dem Dax seit Beginn des Jahrtausends allerdings nie gut getan: Immer wieder stürzten die Aktienkurse kurz darauf jäh ab. So war es im Jahr 2000, als die Internetblase platzte, im Jahr 2008, als die Finanzkrise ausbrach, und im vergangenen Juni, als erstmals Befürchtungen aufkamen, mit der Politik des billigen Geldes könnte es bald vorbei sein.

Nicht auszuschließen, dass der Dax nun wieder einen Schwächeanfall mitten im Höhenrausch bekommt. Doch auf längere Sicht stehen die Chancen für einen weiteren Anstieg gut. Denn dank hoher Konzerngewinne ist das Niveau des Dax fundamental untermauert. Zudem sind Anleihen wegen des niedrigen Zinsniveaus unattraktiv. Um einen abgedroschenen Begriff zu bemühen: Aktien bleiben alternativlos.