Man muss Hartmut Mehdorn nicht mögen. Aber man kann verstehen, warum der Flughafenchef gut informierten Kreisen zufolge manchmal erwägt, alles hinzuwerfen. Der Freitag war mal wieder so ein Tag.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit zweifelte öffentlich daran, ob im Aufsichtsrat am 12. Dezember schon ein Terminkorridor für die BER-Eröffnung genannt werden kann. Dabei deuten alle Informationen darauf hin, dass Mehdorn an seinem Plan festhält und am Freitag umreißt, in welcher Zeitspanne mit einer Fertigstellung des BER gerechnet werden kann. Zwar soll die Spanne, die bis zu zwölf Monate umfasst, bis ins Jahr 2018 reichen – schon wieder eine neue Jahreszahl! Aber immerhin: Es gäbe endlich eine Art Zeitplan.

Hohn und Spott bis heute

Wowereits politische Motive sind klar. Er weiß, dass Termine beim BER bisher die unangenehme Eigenschaft hatten, dass sie nicht eingehalten wurden – Streit mit der Opposition, Hohn und Spott von den Bürgern sind bis zum heutigen Tag die Folge. Verständlich, dass er seinem Nachfolger Michael Müller so eine Blamage ersparen will.

Doch Mehdorn will nicht als BER-Chef in die Geschichte eingehen, der auch nach fast zwei Jahren auf dem Posten nicht fähig war, zumindest vage einen Eröffnungstermin zu fixieren. Er hat schon manche Zusage nicht eingehalten. Jetzt will er endlich liefern und auf der Baustelle Druck machen. Man muss ihn nicht mögen. Aber er hat recht.