Zunächst mal Gaudi beiseite: Die Stadt Garmisch-Partenkirchen fürchtet nicht im Ernst, dass Tausende Globalisierungskritiker auf ihren Wiesen absaufen. Zwar mögen die bayrischen Behörden sich über den Regen der letzten Tage gefreut haben, mit dem nach drei Wochen Bedenkzeit noch ein Grund vom Himmel fiel, das Protestcamp der G7-Gegner schlicht zu verbieten.

Um das als Vorwand zu erkennen, hat es genug Ansagen von Politik und Polizei gegeben, man werde es den Kritikern möglichst schwer machen. Die Protestveranstalter hatten lange nach Flächen für ihr Camp suchen müssen, weil sanfter politischer Druck die Bauern abhielt, ihre Wiesen zu verpachten. Nun darf man die Gefahr von Krawallen nicht leugnen, wie es sie jüngst in Frankfurt und 2007 gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm gab.

Provokateure isolieren

Doch gerade wer die Sorge ernst nimmt, sollte besser gemeinsame Strategien mit den Initiatoren der friedlichen Proteste erarbeiten. Ein Protestcamp, in dem die Demonstranten geordnet untergebracht sind, zentral angesprochen werden können und in dem die friedlichen Kräfte – auch mit der Polizei – beraten, wie Provokateure zu isolieren sind, könnte da hilfreich sein.

Nicht hilfreich ist die weltfremde Idee, durch Fernhalten aller Demonstranten erledige sich auch der Protest. Das ist nicht nur den westlichen Werten unwürdig, als deren Vorreiter die G7 sich gern feiern. Im schlimmsten Fall erzeugt es nur mehr Wut, die sich in Gewalt entlädt.