Die Augen der Öffentlichkeit richten sich meist auf das Desaster beim Flughafen BER oder auch auf die immer teurer werdende Staatsoper. Dabei ist der laufende Deal in der städtischen Energiepolitik von mindestens ebenso großem Kaliber. Es geht um Milliarden.

So wenig, wie Berlin einen Flughafen bauen kann, so wenig hat die Koalition es im Laufe von Jahren geschafft, die seit Langem absehbare Neuvergabe der Konzessionen für Strom- und Gasnetz erfolgreich zu organisieren. Zwar erhielt die landeseigene Firma Berlin-Energie den Zuschlag, das Landgericht stampfte dies aber wegen Verfahrensfehlern in den Boden.

Mit den Beschlüssen des Senats vom Dienstag, während des laufenden diskriminierungsfreien Vergabeverfahrens Partnerschaftsverhandlungen mit großen Bewerbern zu führen, könnte es ähnlich laufen. Die Bürgerenergie Berlin, ein kleiner, aber gleichberechtigter Netzbewerber, hat den Fall schon dem Bundeskartellamt auf den Tisch gelegt.

Schreiten die Wettbewerbshütern nicht ein, werden halt die Koalitionspartner SPD und CDU bis Ende dieser Legislaturperiode auf Grundlage ihrer diametral entgegengesetzten Positionen zur Rekommunalisierung dafür sorgen, dass Berlin bei der Energiewende meilenweit hinterherhinkt. Das ist umso schmerzlicher, als die Energie-Enquete-Kommission des Abgeordnetenhauses gerade klargemacht hat, wo die Stadt jetzt bei der Umstellung auf erneuerbare Energien handeln muss.