Wegen des Lehrerstreiks sind in Berlin zahlreiche Unterrichtsstunden ausgefallen. In vielen Fällen mussten Eltern ihre Kinder früher abholen, weil auch die tatsächlich vergleichsweise gering verdienenden Horterzieher sich massiv am Warnstreik beteiligten. Insgesamt also war die Streikbereitschaft recht hoch, die Gewerkschaften haben mit ihren Ankündigungen nicht übertrieben. Die Nerven vieler Eltern wird es nun in besonderem Maße strapazieren, dass die Proteste bereits in der nächsten Woche weitergehen und sogar noch ausgeweitet werden.

Der Senat selbst hat diesen Protest erst ermöglicht, als er vor gut zehn Jahren entschieden hat, Lehrer nicht mehr zu verbeamten. Für diese Entscheidung gab und gibt es gute Gründe. Doch daraus resultiert, dass in der Stadt so viele angestellte Lehrer unterrichten wie nie zuvor. Und Angestellte haben ein Streikrecht.

Das hat der Senat lange verdrängt, jedenfalls gibt es für diese zumeist jüngeren Lehrer noch immer keine saubere tarifrechtliche Regelung. Und sollte es auf Bundesebene einen Tarifvertrag geben, dann wohl nur einen, bei dem die Berliner Pädagogen am Ende sogar schlechter dastehen als heute.

Dabei nimmt die Zahl der angestellten Lehrkräfte jährlich zu. In ein paar Jahren schon wird es nur noch wenige verbeamtete Lehrer geben, die für Notbetreuung sorgen können. Ein Streik wird dann nahezu alle öffentlichen Berliner Schulen lahmlegen.