Da hat das Gericht im Prozess gegen Ex-Bundespräsident Christian Wulff also doch schon einiges herausgefunden: Nämlich nichts weniger als die Unschuld des Angeklagten, auch wenn die Formulierungen von der mangelnden strafrechtlichen Relevanz der Vorwürfe um diesen einfachen Tatbestand herumfabulieren. Warum also stellen die Richter das Verfahren nicht sofort ein? Es wäre die logische Konsequenz aus acht Verhandlungstagen, in denen Zeugen nur Banalitäten über den angeblich korruptionsverdächtigen Besuch des Oktoberfestes im Jahre 2008 berichtet haben.

Der Prozess war von Anfang eine Posse, mit der die Staatsanwaltschaft sich dafür rechtfertigen wollte, dass sie mit ihren Ermittlungen zum Sturz des deutschen Staatsoberhauptes beigetragen hat. Aber nicht die Ermittlungen waren das Problem, sie waren angesichts der Verdachtsmomente Anfang 2012 gerechtfertigt. Doch ihre Ergebnisse hätten von vornherein richtig bewertet werden müssen, nämlich zugunsten des Beschuldigten Wulff. Dabei hat die Staatsanwaltschaft versagt. Und das Gericht, das auf so dürftiger Grundlage die Hauptverhandlung zugelassen hat, ebenso. Aus der Sicht von Christian Wulff hat der Prozess seinen Zweck erreicht: Seine Unschuld ist erwiesen, er kann den Rückweg in eine achtenswerte bürgerliche Existenz antreten. Das sollte man ihm endlich zugestehen, am besten mit einem schnellen, klaren Freispruch.