Berlin - Hartmut Mehdorn blieb gar keine andere Wahl als zurückzutreten. Das Vertrauen des Aufsichtsrates hatte er längst verloren. Seit Tagen kursierten Gerüchte um seinen Nachfolger, und ganz offiziell verkündete der amtieren Aufsichtsratschef Brettschneider, dass er Mehdorn fairerweise ein Jahr vorher Bescheid geben werde, wenn seine Ablösung beschlossen ist. Deutlicher konnte er seine Zweifel an Mehdorns Zukunftsfähigkeit nicht formulieren.

Es blieb dem Aufsichtsrat aber auch keine andere Wahl, als Mehdorn rauszuwerfen. Anders wäre die Erneuerung der Flughafengesellschaft, für die unter anderem völlige Transparenz versprochen wurde, unglaubhaft. Mehdorn stand für genau das Gegenteil, für Ignoranz gegenüber der Öffentlichkeit, für Geheimniskrämerei und arrogantes Auftreten.

Und nicht jede Verzögerung am Bau, jede falsche Personalentscheidung und jeder Pfusch ist seinen Vorgängern anzulasten. Auch Mehdorn hat in den rund zwanzig Monaten seiner Amtszeit gehörigen Anteil an den schlechten Nachrichten aus Schönefeld.

Der Aufsichtsrat hat Mehdorn immerhin einen sauberen Abgang gewährt. Er durfte den Eröffnungstermin des Flughafens bekanntgeben und sich brüsten, die Baustelle jetzt im Griff zu haben. Es nützt ihm nur nichts mehr. Ob er noch bis Juni 2015 im Amt bleibt, wie er angeboten hat, oder nicht: Hartmut Mehdorn ist ab sofort Vergangenheit. Kaum einer wird ihn vermissen.