Berlin - Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) war länger nicht mehr prominent in der Presse vertreten, zuletzt mit dem Bello-Dialog zwischen Mensch und Hund, der aber noch keine erkennbar positiven Folgen für die Berliner Gehweghygiene gezeitigt hat.

Da kam der Anruf von zwei zusammengesparten Springer-Boulevardzeitungen offenbar ganz recht, die den Putin’schen Spät-imperialismus nutzen, um endlich die ungeliebten Panzer und Kanonen vor dem sowjetischen Ehrenmal im Tiergarten loszuwerden. Da ist heute wieder alles so schick und wiedervereint und friedlich, dass das Stalin’sche Kriegsgerät nicht nur für Ästheten wie Wolfgang Joop eine Zumutung ist, sondern fürs deutsche Gemüt insgesamt.

Das möchte nicht mehr länger an die von Berlin ausgehende Barbarei von 1933–45 erinnert werden, schon gar nicht durch das martialische sowjetische Mahnmaldesign mit Panzern und Haubitzen. Die sind besonders störend. Denn sie erinnern in zentraler Lage daran, dass Deutschland, das sich heute „den Russen“ wieder überlegen glaubt, von diesen und den anderen Alliierten mit Panzern und Kanonen in die Zivilisation zurückgebombt werden musste.

Insbesondere die alte West-Berliner CDU belebt dank Putin jetzt ihre antirussischen Reflexe. Und Thomas Heilmann, der einstige Erneuerer und Querdenker der Partei, macht an vorderster Ostfront mit.