Aus Bayern gibt es eine Sensation zu vermelden: Die CSU verträgt keine schrillen Töne mehr. Parteichef Horst Seehofer jedenfalls hat diese der SPD in der Debatte um die BND-NSA-Verstrickungen vorgeworfen und gemahnt, der Koalitionspartner möge sich doch bitte der Staatsverantwortung einer Regierungspartei erinnern.

Ein paar Schnaufer nur trennten diese Sätze von einer anderen Feststellung Seehofers: Die neue Nord-Süd-Stromtrasse dürfe auf keinen Fall wie geplant durch Bayern, sondern müsse stattdessen durch Hessen und Baden-Württemberg führen. Eine schrille Forderung? Natürlich überhaupt nicht, sondern völlig vernünftige Seehofer-Logik: Aber wer will schon riesige Strommasten-Schneisen vor der Haustür? In vielen bayerischen Kommunen wird dagegen protestiert, und da ist es doch die einfachste Lösung, die Schneisen den Nachbarn unterzujubeln. Wie die das dann durchsetzen, wäre anschließend nicht mehr Sache der CSU.

Den Strom allerdings würde Bayern durchaus abnehmen, wenn er endlich von den norddeutschen Windkraftfeldern in den Süden gefunden hat. Er soll den weiten Weg ja nicht umsonst gemacht haben. Dass der Freistaat mit seinen großen Unternehmen die Lieferung spätestens 2022, wenn die letzten Atomkraftwerke abgeschaltet werden, dringend braucht, sei nur nebenbei bemerkt.