Den USA droht der Finanzkollaps, weil sich Demokraten und Republikaner nicht auf einen Staatshaushalt einigen können. Weil die Regierung kein Geld mehr hat, werden in den USA demnächst vielleicht Museen und Nationalparks geschlossen. Nun wäre das eine unangenehme, aber mitnichten dramatische Entwicklung. Schlimmer ist: Geht der Streit nicht bald zu Ende, dann wird es dabei nicht bleiben. Dann droht die Wirtschaft der USA Schaden zu nehmen. Und wenn das der weltgrößten Volkswirtschaft geschieht, dann wird das auch bald in Europa und im Rest der Welt zu spüren sein.

Schon heute lässt sich sagen, wer die Schuld dafür trägt. Es sind ein paar Dutzend Extremisten, die als Abgeordnete im Dienst der Republikaner im US-Kongress stehen. Es sind Tea-Party-Leute, deren intellektuelles Vermögen offenbar nicht ausreicht, um die Folgen ihres Blockadekurses einzuschätzen.

Sie verstellen sich jedem Kompromiss, sind prinzipienlos und fühlen sich ausschließlich sich selbst verpflichtet. Besser als der Kolumnist Charles Blow hat es bisher niemand beschrieben: Unter den Republikanern in den USA finden sich ganz besonders viele Ahabs – von Wut und Wahnvorstellung getriebene Kapitäne, die Jagd auf US-Präsident Barack Obama machen, ihren Moby Dick. Was auch immer der Mann im Weißen Haus vorschlägt – die Tea Party wird es bekämpfen. Koste es, was wolle.