In Europa gab es einen Aufschrei der Empörung, als sich die Nachricht ausbreitete, dass die Folterknechte des US-Geheimdienstes CIA noch viel brutaler vorgegangen sind, als es man es sich als denkender Mensch bislang vorstellen konnte. In den USA blieb es dagegen bemerkenswert still. Bis auf die üblichen Verdächtigen aus der liberalen Elite, die es schauderte, nahm der Großteil der Bevölkerung die Nachrichten über den Folterreport mit weniger Empathie zur Kenntnis als den allabendlichen Wetterbericht.

Viele Amerikaner scheinen inzwischen derart abgestumpft zu sein, dass Gräueltaten sie nicht mehr bewegen. Selbst der schamlos freche Auftritt des früheren Vizepräsidenten im Fernsehen, in dem Dick Cheney belegte, dass er ein Schreibtischtäter ist, der Reue nicht kennt, vermochte nicht mehr für Aufregung zu sorgen. Kein Wunder übrigens: Die Mehrheit der Amerikaner, so sagen Umfragen, finden Folter gar nicht so schlimm.

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