Berlin - Wenn der Zustand des Flughafens BER auch nur annähernd dem Ego seiner Erbauer entspräche, man müsste sich keine Sorgen machen. Großsprecher wie Klaus Wowereit oder Hartmut Mehdorn haben es oft vermocht, noch kleinste Bewegungen auf dem Schönefelder Stillleben oder auch bloße Ankündigungen zu Erfolgsszenarien aufzublasen. Die Absetzung von Technik-Vorstand Horst Amann aber lässt sich selbst mit den schönsten Worten nicht mehr zu einem Fortschritt umdeuten: Sie ist das Eingeständnis einer Kapitulation.

Wohl spielten persönliche Unverträglichkeiten eine Rolle zwischen Mehdorn und Amann. Die Rivalität der beiden allerdings wurde und wird überschätzt: Amann arbeitete schon seit dem Jahreswechsel, lange vor Mehdorns Amtsantritt, nur noch auf Bewährung. Mit ungeschicktem Taktieren und unbedachten Briefen, die öffentlich wurden, hat sich der Technikchef selbst ins Abseits gestellt; zwei der drei Flughafen-Gesellschafter misstrauten ihm tief.

Der Streit im Vorstand zwang sie jetzt lediglich zur Entscheidung. Amann ist nicht an Mehdorn gescheitert, sondern an eigenem Unvermögen – und an den Verhältnissen in der Flughafengesellschaft: Dass der einstige Krisenretter aufgeben muss, zeigt endgültig, dass das Projekt BER innerhalb der bestehenden Organisationsstruktur nicht zu retten ist. Statt ständig Köpfe auszutauschen, sollten die Gesellschafter endlich tiefgreifende Änderungen ins Auge fassen – und handeln.