Die großen Energieversorger haben einen Plan: Sie möchten ihre Atomkraftwerke und etwas Geld an eine „öffentlich-rechtliche Stiftung“ verschenken. Das alles bekäme dann der Bund. Das heißt, Deutschland. Also alle. Hurra, Volkseigentum! Unter einer kleinen Bedingung: Deutschland müsste nur die Spuren sämtlicher Radioaktivitäten beseitigen – egal, was es kostet.

Manche könnten jetzt glauben, die Konzerne wollten wegen unwägbarer Abriss- und Endlagerungskosten stiften gehen. Unfug. Der Plan ist nur folgerichtig: Die Steuerzahler waren schließlich über gigantische Subventionen bereits an Bau und Betrieb der Atommeiler beteiligt. Deshalb sollten sie nun auch bei deren Abschaffung mithelfen. Und wenn Banken ihre Geschäftsrisiken an die Allgemeinheit delegieren können, dann dürfen das auch Kraftwerksbetreiber.

Außerdem: Ausgebrannte, nur schwache strahlende Politiker, die nicht mal mehr in Brüssel verwendet werden können, entsorgt man ja auch in Stiftungen. Diskursstarke Kinder beantworten die Aufforderung, ihre Zimmer aufzuräumen, ohnehin seit ehedem mit: „Wieso? Dafür gibt es doch eine gesellschaftliche Verantwortungsgemeinschaft.“ Seine selbstverständlichste Anwendung findet das Prinzip bei ARD und ZDF. Energetisch substanzlose Programmrückstande werden hier regelmäßig in eine öffentlich-rechtliche Einrichtung namens „Vorabendprogramm“ überführt.