Die Bundeswehr hat die vorige Bundeswehrreform noch nicht umgesetzt, da macht sich Ursula von der Leyen schon an die nächste. Die Verteidigungsministerin bestreitet das zwar. Aber um nichts anderes geht es. Die Truppe ist optimiert auf mehr oder weniger begrenzte Einsätze in aller Welt. Der Ernstfall daheim oder auf dem Gebiet der Bündnispartner. Dieses Prinzip wird nun aufgegeben. Oberster Planungschef der Ministerin ist Wladimir Putin.

Durch sein Vorgehen in der Ukraine hat der russische Präsident den letzten Rest von Hoffnung auf eine „Friedensdividende“ vertrieben. Sicher, Nato und EU haben sich, freundlich formuliert, nicht sonderlich geschickt beim Aufbau einer neuen Sicherheitsarchitektur nach dem Ende des Kalten Krieges angestellt. Aber das ist Geschichte. Nun muss die Politik handeln.

Für Deutschland heißt das: Die Bundeswehr muss nicht nur auf dem Papier ihr Territorium oder das Natogebiet verteidigen können. Sie muss es auch in der Praxis. Deshalb holt Ursula von der Leyen die verstaubten Panzer aus den Depots. Aber Vorsicht: Mehr als Symbolpolitik ist auch das nicht. Zur wirklichen Landesverteidigung ist die Truppe damit sowenig in der Lage wie Russland zu einem Angriff auf den Rest Europas. Aber beide Seiten üben sich wieder in altem Denken. Der Drohung folgt die Gegendrohung und umgekehrt. Daraus folgt kein Krieg, aber eine neue Rüstungsspirale.